Wer kennt das nicht. Man liest einen Artikel, der Stellung beziehen soll und danach wissen wir gar nicht was für einer Meinung der Autor denn jetzt eigentlich ist. Man will uns eben einen allumfassenden Überblick geben. Doch wollen das die Besucher überhaupt?
Aber meine Leser wollen doch einen objektiven Überblick?
Natürlich. Wenn du eine News darüber veröffentlichst, dass das Ipad schon zwei Monate früher an den Start geht gehört unter den Text nicht “Wer braucht das Ding denn schon?”. Wer den Text liest will einfach nur wissen wann es denn nun kommt und worauf sich der Blogpost bezieht. Vielleicht noch was das Ipad so alles kann. Ganz anderes sieht das schon wieder bei Produktrezensionen aus.
Was wollen die Leser bei einer solchen Produktrezension denn wissen?
- Was kann das Produkt
- Grundsätzliche Fakten
- Vor und Nachteile, wie wichtig sind diese?
- Würdest du das Produkt weiterempfehlen?
Bei den ersten beiden Punkten musst du objektiv bleiben. Klar Vor- und Nachteile darstellen. Hier gehört eine eigenen Meinung nicht hin. Aber sobald du etwas bewertest musst du klar Stellung beziehen. Wenn du erklärst was ein Feature des Produktes bringt musst deinem Leser veranschaulicht werden ob es denn nun gut oder schlecht ist. Wenn du dein letztendliches Urteil fällst muss der Leser erkennen: “Er würde es kaufen”, oder eben nicht
Keine eindeutige Aussage verwirrt den Besucher unnötig.
Beantworten wir also nun die Frage:
Ja, der Leser möchten einen objektiven Überblick, wenn er den dann hat möchte er wissen woran er ist. Was können wir daraus also ableiten?
Don’t make me think, warum bin ich denn hier?
Im Sinne der Usability, der Benutzerfreundlichkeit kann man sich einfach mal fragen warum der Besucher denn die eigene Seite besucht. Ich gehe dabei vom für mich typischen Blogbesucher aus.
- Er möchte Information, auf dem laufenden bleiben
- Er folgt deiner Persönlichkeit, weil du so interessant bist
- Er möchte Antworten auf seine Fragen
Warum sind Tutorials so beliebt im Web? Weil sie erklären, was man wie tun muss. Simpel oder? Das Web wird vor Allem zur Informationsbeschaffung genutzt. Es gibt ja auch kein praktischeres Medium dafür. Handelt es sich um reine Informationsbeschaffung wie etwa “Was ist Affiliate Marketing?”, so möchte er nicht wissen, dass der Autor der Meinung ist, dass man mit Direktvermarktung aber viel mehr Geld verdient. Naja, vielleicht schon. Trotzdem gehört es dann nicht in den eigenen Artikel, sondern eher in die weiterführenden Links. Also jetzt doch kein klares Statement oder wie? Doch! Hast du doch gegeben. Du hast klipp und klar erklärt was Affiliate Marketing ist. Du hast dem Leser eine Antwort auf seine Frage gegeben. Hätte er nun nach “Wie verdiene ich Geld mit Affiliate Marketing?”, so will er natürlich auch erst einmal einen objektiven Überblick, was für Möglichkeiten es gibt, aber er will auch vermutlich wissen was funktioniert und was nicht. Man muss immer aus Besuchersicht denken. Was will er hören, was nicht?
Ohne eigenes Urteil im Blogpost ist der Leser meist nachher genauso schlau wie vorher!
Wollen sich meine Leser nicht ein eigenes Urteil bilden?
Natürlich. Aber Sie interessieren sich ja wohl für andere Meinungen. Sonst wären sie doch nicht bei dir
Unterfordere ich meine Leser dann nicht?
Ist es denn dein Ziel sie zu fordern? Dann drück dich bitte komplizierter aus!
Aber wenn ich mir nunmal unschlüssig bin?
Dann hast du doch schon deine Meinung zu dem Thema. Mach deinen Lesern klar, dass es keine genaue Antwort auf ihre Frage gibt, aber fang nicht an mit Rechtfertigungen.
Wie gehe ich jetzt also vor?
- Frage dich immer was dein Besucher eigentlich von dir erwartet
- Finde dein Genre (News –> Meinungslos, Kritik –> Meinung satt)
- Überlege wann eine Meinung gefragt ist und wann nicht
- Gib deinem Leser am Ende eine klare Aussage, am besten schon am Anfang. Ich fang damit mal an:
Ohne Meinung geht nichts!
Man muss also Meinung beziehen, sonst wird der Leser abspringen. Soweit meine Meinung zum Webmasterfriday, auf den sich dieser Artikel auch bezieht. Hier findet man einige weitere spannende Artikel zu diesem Thema.
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Februar 17th, 2011
Jannick Erben 
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